Nothilfe für bankrotte US-Großstadt Detroit - ( G3RM4N1 )

Die bankrotte US-Großstadt Detroit soll nun doch Nothilfe aus Washington erhalten: Das Weiße Haus kündigte an, dass zur Überwindung akuter Probleme rund 300 Millionen Dollar (umgerechnet gut 220 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt werden. Die Hälfte dieses Betrags soll genutzt werden, um die 80.000 leerstehenden Wohngebäude zu renovieren oder abzureißen. Der Gouverneur von Michigan, Rick Snyder, sagte im Juli, er rechne nicht mit Hilfe aus Washington.

Detroit erklärte sich im Juli für bankrott. Insgesamt ist der Schuldenstand auf 18,5 Milliarden Dollar angewachsen. Das Notprogramm aus Washington sieht nun Investitionen in die öffentliche Sicherheit und in den öffentlichen Nahverkehr vor. So sollen Polizisten eingestellt und die Gerätschaften der Feuerwehr modernisiert werden. Außerdem sollen für 24 Millionen Dollar Überwachungskameras installiert werden.

Der Bankrott Detroits ist die bislang größte Städtepleite der USA. Besonders machen der Stadt die hohen Verbindlichkeiten bei den Sozialleistungen für ihre 10.000 aktiven und 20.000 pensionierten Mitarbeiter zu schaffen. Alleine etwa neun Milliarden Dollar schuldet Detroit den beiden Kassen für die Renten und die Gesundheitsversorgung.

Der Niedergang Detroits vollzog sich über Jahrzehnte. 1950 hatte die Stadt noch 1,8 Millionen Einwohner, heute leben dort 685.000 Menschen. Die Autoindustrie verlagerte ihre Standorte, viele Fabriken schlossen, die Arbeitslosigkeit schoss ebenso in die Höhe wie die Kriminalitätsrate.